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Durch Zecken und Mücken übertragbare Krankheiten

By Praxis on 24. Juli 2005 in Informationen
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Blutsaugende Insekten wie Zecken und Mücken waren bis vor ein paar Jahren nur bekannt für die Übertragung von Krankheiten wie Borreliose und FSME (beim Menschen). Im vergangenen Jahr wurden allein in unserer Praxis in Landsberg am Lech mehr als 20 Fälle von Hundemalaria (Babesiose) und Ehrlichiose/Anaplasmose nachgewiesen.

Ein grund für die Häufung solcher Fälle ist, daß immer mehr Menschen ihren Hund bzw. ihre Katze mit in den Urlaub nehmen und dabei vergessen, dass auch unsere Vierbeiner vor den Parasiten geschützt werden müssen. Ein zweiter Infektionsweg ist durch den Tiertransport von gar nicht oder nur ungenügend untersuchten Tieren nach Deutschland gegeben.
Die Überträger (Mücken oder Zecken) können inzwischen, bedingt durch die milden Winter, bei uns überleben.

Unbehandelt führen die Krankheiten (je nach Verlauf akut oder chronisch) fast immer zum Tod.
Die Krankheiten, die wir am häufigsten beobachten sind:

  • Babesiose
  • Ehrlichiose/Anaplasmose
  • Leishmaniose
  • Dirofilariose (Herzwurm)
  • Hepatozoonose (inf. Lebererkrankung)

Die Übertragung der Infektion kommt meistens schon beim ersten Stich zustande.
Da eine Impfung für alle oben genannten Krankheiten nicht möglich ist, gibt es nur den Weg der Parasitenprophylaxe mittels sog. Spot-on’s. Als Medikament sollte ein Präparat gewählt werden, welches eine abschreckende Wirkung und eine abtötende Wirkung hat. Die Medikamente werden auf die Haut aufgetragen und verteilen sich durch die oberste Schicht der Hautzellen über den ganzen Körper.

Babesiose:

Die Babesiose wird durch die Auwaldzecke und die braune Hundezecke übertragen. Die Parasiten zerstören bei dieser Krankheit die roten Blutkörperchen des Hundes. Blutarmut und Gelbsucht sind die Folge. Unbehandelt kann der Hund an der Blutarmut sterben.

Ehrlichiose / Anaplasmose:

Diese Krankheit wird ebenfalls durch die braune Hundezecke übertragen. Ihre Erreger sind Bakterien, die sich im Knochenmark vermehren. Sie führen zu einer Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) und zu einer Blutungsneigung. Die klinischen Symptome sind vor allem Blutungen, Fieber, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust, Schlappheit und Vergrößerung der Lymphknoten. Unbehandelt kann auch diese Krankheit tödlich verlaufen.

Leishmaniose:

Die Leishmaniose wird nicht durch Zecken, sondern durch die Schmetterlingsmücke übertragen (häufig auch Sandmücke genannt). Die Krankheit schädigt beim Hund verschiedene Organe, wie Knochenmark, Milz, Nieren, Leber, Lymphknoten und Haut. Die Hunde magern ab, haben teilweise Haarverlust und schwere Hautveränderungen, welche oft nur schwer wieder zum Abheilen gebracht werden können. Die Leishmaniose verläuft chronisch und kann ebenfalls zum Tod führen. Wenn die Krankheit einmal ausgebrochen ist kann man sie oft nicht heilen, sondern immer wieder nur die Symptome behandeln.

Dirofilariose:

Die Herzwurmkrankheit wird durch Stechmücken übertragen. Die Herzwürmer können bis zu 20cm lang werden und parasitieren meist in den Lungenarterien und dem rechten Herzen. Unbehandelt und je nach Schwere des Befalls kann auch diese Krankheit tödlich verlaufen.

Hepatozoonose:

Überträger ist auch hier die braune Hundezecke. Allerdings findet die Übertragung nicht durch den Stich wie bei den anderen Krankheiten statt, sondern wenn der Hund die Zeckevon seinem Fell abbeißt, frisst und verdaut. Typisches Erscheinungsbild dieser Krankheit sind starke Abmagerung, Fieber, starke Schmerzen in der Muskulatur und den Knochen. Die Krankheit ist nur sehr schwer zu therapieren, tritt aber vergleichsweise selten auf.

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