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Schokoladenvergiftung beim Hund

By Praxis on 11. Februar 2015 in Informationen
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Immer wieder werden wir in der Praxis angerufen und gefragt was denn nun zu tun sei, der Hund hätte am Schokohasen oder der Schokoladentafel genascht .

Hierzu muß man zunächst wissen, dass nicht die Menge der Schokolade an sich das Problem ist, sondern der Anteil am giftigen Theobromin das im Kakaoanteil enthalten ist.

Um hier Hilfe zu bieten bei der Frage, wann der Tierarzt zum Einsatz kommen soll ein kleines Rechenbeispiel:

Dunkle Bitterschokolade enthält zu ca. 60-70% Kakao, der Theobromingehalt hieraus für eine handelsübliche 100g Tafel beträgt maximal etwa 1,6g. (Zartbitter weniger:0,6g)

Vollmilchschokolade enthält deutlich weniger Kakao, der Theobromingehalt hieraus für eine handelsübliche 100g Tafel beträgt etwa 0,2 – 0,25 g.

Ein Hund von 10kg wird beim Vertilgen einer kompletten 100g Tafel Vollmilchschokolade Durstgefühl und  Durchfall begleitet von eventuellem Erbrechen zeigen.

Frisst dieser Hund eine 100g Tafel Zartbitterschokolade, sieht die Sache ganz anders aus. Hier sind bereits Symptome auf das Herz-, Kreislauf-System  zu erwarten, also ernsthafte Lebensgefahr.

Die gleiche Menge dunkle Bitterschokolade kann bereits tödlich enden.

Es gelten etwa folgende Grenzwerte:

  • 200mg/10kgHund  aufgenommenes Theobromin:
    Durst, Erbrechen, Durchfall nur symptomatische Therapie wenn Probleme auftreten
  • 400-500mg/10kg Hund Theobromin:
    Wirkung auf Herz-, Kreislauf. Bereits ernste Lebensgefahr
  • über 600mg/10kg Hund Theobromin:
    Krämpfe, Bewusstseinsstörungen. Unbehandelt meist tödlich, auch unter Therapie Todesfälle möglich

Rechtzeitig bemerkt kann ein Besuch beim Tierarzt schlimmeres verhindern. Den Hund erbrechen zu lassen ist innerhalb einer gewissen Zeitspanne (ca.1Std) ratsam.

Danach sollten Kohle-Kompretten verabreicht werden.

Erste, leichtere Symptome sind innerhalb weniger Stunden zu erwarten nach bis zu 12 Stunden können unter Umständen bei entsprechender Dosis bereits ernsthafte Symptome zu erkennen sein. Man geht davon aus, dass innerhalb von 1-2 Tagen der Tod eintritt, wenn die letale Dosis aufgenommen wurde.

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