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„Was kostet bei Ihnen denn die Kastration einer Hündin?“

By Praxis on 11. August 2014 in Informationen
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„Was kostet bei Ihnen denn die Kastration einer Hündin?“ 

Mit dieser Frage werden wir in unserer Praxis nahezu täglich konfrontiert. Der Tierbesitzer erwartet von uns dann eine „pauschale Aussage“ wie in einer Autowerkstatt: „Kleiner Kundendienst mit Ölwechsel? 250 Euro.“
Leider ist eine solche Antwort nicht sehr aussagekräftig. Und auf Grund der vielen Faktoren auch nicht machbar.

Klar, unsere GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) gibt uns eindeutig vor, was wir für unsere Leistung zu berechnen haben. Trotzdem gibt es einige Punkte, die einen Einfluss auf die letztendlich entstehenden Kosten haben:

Voruntersuchungen

Die vorherige Erhebung des Gesundheitszustandes gibt mehr Sicherheit bei der Wahl und Kombination der Narkosemedikamente. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes sollte im Minimum die Auskultation (das Abhören) von Herz und Lunge beinhalten, ebenso die Beurteilung der Schleimhäute gehört dazu.

Oft empfehlen wir eine Blutuntersuchung in unterschiedlichem Umfang bis hin zum Herzultraschall vor einem planbaren Eingriff.

Hierbei können evtl. bislang nicht bemerkte Risiken oder gar Erkrankungen auffallen.

Deswegen sollten idealerweise vor allem ältere Tiere in unserer Praxis vorher untersucht werden. Im persönlichen Gespräch werden Sie über empfehlenswerte Untersuchungen und deren Kosten aufgeklärt.

Technischer und medikamentöser Aufwand bei der OP

Wir versuchen bei der Vielzahl an immer neuen Narkosemedikamenten und -geräten auf dem neuesten Stand zu bleiben und die für Ihr Tier optimale Kombination zu verwenden. Dies kann von Narkose zu Narkose auch bei dem gleichen Patienten variieren.

Aber auch einfache Hilfsmittel können Leben retten und gehören leider nicht in jeder Praxis zum Standard: Zum Beispiel stellt das einfache Legen eines Venenverweilkatheters einen nicht zu unterschätzenden Sicherheitsfaktor dar. Notfallmedikamente, die einem eventuellen Zwischenfall entgegenwirken können, sind über den Venenkatheter verabreicht sofort im Blutkreislauf verfügbar und können ihre Wirkung entfalten. Ebenso stellt in vielen Fällen die Intubation des Tieres die freie, ungehinderte Atmung des Tieres sicher und ermöglicht im Notfall die künstliche Beatmung.

Auch der Einsatz eines Narkosemonitors, durch dessen Hilfe wir frühzeitig auf sich ändernde Situationen während eines operativen Eingriffs reagieren können und lebensbedrohliche Situationen in den meisten Fällen komplett abfangen können, gehört bei uns zum Narkosestandard.

Medizinisches Material

Dieser Punkt ist für viele nur ein wirtschaftlicher Faktor. Hier kann schließlich am meisten gespart werden, gleichzeitig ist dieser Punkt für den Besitzer am wenigsten einsehbar. Beispielsweise verwenden wir für alle unsere Operationen Nahtmaterial der Fa. Ethicon. Diese Fäden sind in der Humanmedizin der Goldstandard. Für alle unsere OP-Patienten verwenden wir Einwegmaterialien.

Ausbildung der Ärzte

Ein Punkt der in der GOT keine Berücksichtigung findet. Prinzipiell darf jeder Tierarzt nach Erhalt der Approbation alle tierärztlichen Leistungen durchführen und nach GOT dürfen alle Tierärzte unabhängig von Ihrer weiteren Ausbildung die gleiche Gebühr verlangen.

Wir wollen in unserer Praxis nicht nur mit dem verwendeten Material und der Technik, sondern auch im Bereich der Operations- und Behandlungsmethoden „up to date“ sein. Daher sind alle unsere Tierärzte angehalten, sich mehrmals im Jahr fort- und weiterzubilden.

Auch diesen Punkt kann der Besitzer leider nicht kontrollieren. Er muss sich darauf verlassen, dass der/die „Fachmann/-frau“ schon weiß, was er tut.

Zwar kann durch die oben erwähnten Punkte das Risiko für Komplikationen während des Eingriffs und bei der Wundheilung minimiert werden, aber all dies kann trotzdem keine Garantie bieten, dass alle Eingriffe und Nachsorgen vollkommen problemlos ablaufen. Doch hilft das ein gutes Stück weiter, dem Tier, dem man nichts über seine Situation und den Grund seines Befindens erklären kann, unnötige Verschlechterungen des Zustandes auch nach der OP durch Probleme bei der Wundheillung zu ersparen. 

Bis auf die Ausbildung der Ärzte sind dies alles Faktoren, die sich auf den Gesamtpreis einer Kastration oder eines anderen Eingriffs auswirken. Generell ist eine pauschale Preisauskunft daher nur sehr schwer und in einer gewissen Spanne möglich. Für den Patientenbesitzer ist die Frage nach dem Preis nachvollziehbar wichtig, sollte aber nicht das einzige Kriterium bei der Auswahl der Praxis sein, in die Sie das Leben und Wohlergehen Ihres Tieres legen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich jederzeit vertrauensvoll an uns.

Ihr Praxisteam Gühne

 

 

 

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