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Fallbericht aus der Notfallpraxis – Schnitt in der Zunge

By Praxis on 8. Dezember 2010 in Fallberichte
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Ein Fall aus der Notfallpraxis:
Im Rahmen des tierärztlichen Notdienstes wurde eine Katze (männlich, kastriert, 2,5 Jahre) vorgestellt, mit dem Vorbericht, der Patient hätte wohl einen Autounfall gehabt, da er das Maul nicht mehr schließen könne und „komisch“ sei.

Im Rahmen der Erstuntersuchung wurde dann, ein schon etwas älterer Schnitt in der Mitte der Zunge, quer durch den Zungenmuskel festgestellt.


Dem Patienten wurde ein Venenzugang gelegt und er wurde mit intravenösen Infusionen und Medikamenten gegen den Schock und gegen Schmerzen, sowie Antibiotika versorgt.
Am nächsten Tag wurde der Patient narkotisiert und die abgestorbenen (nekrotischen) Anteile der Zunge wurden entfernt, das Muskelgewebe wurde „aufgefrischt“.

Im Rahmen der Operation zeigte sich auch ein sehr großes Hämatom am Zungenuntergrund, sowie starke Schwellungen im Zungengrundbereich. Diese Schwellungen waren die Ursache für das offenstehende Maul der Katze.
Der Schnitt in der Zunge wurde anschließend mit nichtresobierbarem Nahtmaterial mit Einzelstichen genäht. Adaptiert wurde lediglich die obere Seite der Zunge, um Wundsekret einen Abfluß zu gewährleisten und eine erneute nekrotische Veränderung, oder sogar einer Abszeßbildung vorzubeugen.

Der Patient wurde nochmals mit NSAID und sich ergänzenden Antibiotika versorgt und am Abend entlassen.
Eine tägliche Kontrolle der Wundheilung und der Zungenfunktion erfolgt in der Praxis.
10 Tage nach der Operation wurde der Patient wiederum sediert um die Fäden zu entfernen.

Zustand der Narbe 10 Tage post OP:


Zustand nach Entfernung der Fäden:


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