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Sperber, Falke Bussard und co.

By Praxis on 21. August 2012 in Fallberichte
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In dieser neuen Rubrik wollen wir einige unserer selteneren Patienten vorstellen und auch über Ihren weitern Gang bis zur Auswilderung berichten. Zuerst soll hier über unseren Sperber berichtet werden, der mit einer Fraktur zu uns gebracht wurde.

Im Notdienst wurde uns ein Sperber vorgestellt, der flugunfähig in einem Vorgarten aufgefunden wurde.

Der Vogel hatte  ein großes Hämatom am rechten Unterarm und ließ sich bei der Aufnahme ohne Gegenwehr untersuchen, was bei einem Wildvogel ein deutliches Schock-Symptom darstellt.

  

Ein Röntgenbild zeigte eine glatte Fraktur der Ulna, einer der beiden Unterarmknochen.

Der Vogel wurde versorgt mit subkutanen Infusionen, Schmerzmittel und einem sog. „Achterverband“ zu Stabilisierung des Unterarms.

Nach 2 Tagen war er insgesamt wieder in stabilem Zustand und konnte am  nächsten Tag operiert werden.

Die Narkose erfolgte mit Inhalationsnarkose mittels Kopfmaske.

Im Operationsgebiet wurden die Federn gezupft und die Haut desinfiziert.

Ein gut 1cm langer Hautschnitt wurde über der Frakturstelle angelegt und die Knochendenen freipräpariert.

Von der Frakturstelle aus wurde ein IM-Pin in das untere Knochenstück Richtung Karpalgelenk geschoben und dort durch die Haut nach außen. Danach wurde das zweite Knochenstück auf das Ende des Pins „aufgefädelt“ und der Pin in dieses zurückgeschoben. Das am Karpalgelenk überstehende Ende des Pins wurde gekürzt und das spitze Ende mit Technovit abgerundet.

     

Aufgrund des intakten 2. Unterarmknochens konnte auf eine weitere operative Stabilisierung verzichtet werden.

Die Haut an der Operationswunde wurde mit 4 Einzelheften vernäht (eine mehrschichtige Naht mit Unterhautnaht wie bei Hund und Katze ist bei Vögeln nicht möglich).

Das Kontroll-Röntgenbild zeigt einen guten Sitz des Pins mit einer minimalen Verschiebung der Frakturenden.

 

Es wurde nach der OP wieder ein Achterverband angelegt und Antibiotikum und Schmerzmittel injiziert.

Bereits 15 Minuten nach der Operation ging es dem Sperber wieder so gut, dass er versucht hat uns anzugreifen.

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