08191 / 59499

Pro und Kontra bei der Kastration der Hündin

By Praxis on 9. September 2008 in Informationen
1
0

Bei der Hündin tritt die Geschlechtsreife, abhängig von der Rasse (große Rassen werden später, kleine früher geschlechtsreif) mit ca. 6 bis 12 Monaten ein. Entscheidend hierfür ist das Erreichen des Erwachsenengewichts.

Der Zyklus der Hündin unterscheidet sich in einigen Punkten von dem Menschlichen. Die Hündin gehört zu den saisonal monoöstrischen Tieren, d.h. das Zyklusintervall beträgt 6-7 Monate (mit einigen Ausnahmen). Der Zyklus selbst unterteilt sich in 4 Phasen: Proöstrus, Östrus (Läufigkeit; Dauer etwa 14 Tage), Metöstrus und Anöstrus. Der Anöstrus ist eine Phase von ca. 3-6 Monaten in denen keine Anzeichen eines Zyklus sichtbar sind.

Die Kastration ist einer der am häufigsten durchgeführten operativen Eingriffe in der Kleintierpraxis. Beweggründe für eine Kastration sind Haltungserleichterung (43%), Krankheits-/Tumorprophylaxe (14%), medizinische Indikation (10%) und Verhaltensprobleme (2%).

Bei Familienhunden, die nicht zur Zucht verwendet werden sollte der Eingriff möglichst vor der ersten Läufigkeit durchgeführt werden. Dadurch wird das Risiko von Gesäugetumoren um bis zu 30% im Vergleich zu unkastrierten Hündinnen gesenkt. Bei der Kastration zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit um immerhin 20%. Auch das Problem der Harninkontinenz tritt bei solchen frühen Kastrationen um 50% seltener auf als bei spät kastrierten Tieren. Nachteile, wie Wahcstumsstörungen sind in der Regel nicht zu erwarten.

Währen einer Läufigkeit ist von einer Kastration allerding abzuraten, da die Blutungsneigung durch die Hormonkonstellation deutlich zunimmt. Auch kommt es zu Verklebungen im Bauchraum. Da die Operation eigentlich ein Routineeingriff darstellt wird sie auch von fast jedem Kollegen durchgeführt. Die Methode nach der kastriert wird und auch die verwendeten Materialien (wie Fäden, Desinfektionsmittel, sterile Tücher, Art der Narkose usw.) unterscheiden sich allerdings erheblich, was sich nicht zuletzt auch im Preis niederschlägt.

Bei den Methoden gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Nur die Eierstöcke zu entfernen (Ovariektomie) oder
  • Eierstöcke und die Gebärmutter zu entfernen (Ovariohysterektomie).

Die erste Methode kommt in aller Regel nur bei jungen Tieren vor der ersten Läufigkeit oder zwischen der ersten und der zweiten Läufigkeit zum Einsatz. Vorraussetzung ist eine vollständig gesunde Gebärmutter.
Der Vorteil dieser Methode ist, daß der Bauchschnitt nur ca. 3-5 cm lang ist.
Bei der zweiten Methode wird der Schnitt 2-3 cm vor dem Nabel über die gesamte Bauchlänge bis vor den Beckeneingang geführt. Der Nachteil dabei ist der mit dem Schnitt verbundene Operationsschmerz sowie eine etwas längere Heilungsphase.

Unerwünschte Nebenwirkungen einer Kastration können sein:
Harnträufeln, Gewichtszunahme, Fellveränderungen, Entzündungen im Bereich der Vulva. Zu diesen Nebenwirkungen kommt es in ca. 10-15% aller Fälle.

Von einer Unterdrückung der Läufigkeit durch Hormone ist, auf Grund der Nebenwirkungen der Medikamente in aller Regel abzuraten. Vor allem Zuchthündinnen sollten auf gar keinen Fall mit solchen Präparaten behandelt werden.
Nebenwirkungen der medikamentösen Läufigkeitsunterdrückung können sein:
Läufigkeitsdurchbrüche, Metropathien (Erkrankungen der Gebärmutter, wie Gebärmuttervereiterung), Milchdrüsentumore, lokale Haarkleidveränderungen, Akromegalie (krankhaftes Wachstum von Weichteilen und Knochen nach Abschluß des Wachstums) und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

1 Comment

  1. service tv malang 26. November 2017

    Link exchange is nothing else except it is simply placing the other person’s blog
    link on your page at suitable place and other person will also do similar for you.

Add comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*